Arbeitskreis Hannoversche Militärgeschichte -> HOME

 


Der machtpolitische Aufstieg der Welfen 1714 gehört zu den bedeutendsten Ereignissen der Europäischen Geschichte und kam relativ plötzlich. 1648, am Ende des Dreißigjährigen Krieges, war das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg zersplittert und hatte stark an Einfluss und Bedeutung verloren. Rund 65 Jahre später stellte es eine europäische Größe dar, deren Herrscher die Königskrone Großbritanniens trugen. Diese Entwicklung wurde von den Welfen systematisch durch Heiraten, Kriege und Feste vorangetrieben. Sie organisierten ihren Staat neu und schufen damit auch finanziell die Basis für ihre Machtsteigerung.

 

Krieg als Mittel welfischer Politik Neben der wissenschaftlichen Beratung, insbesondere zum militärhistorischen Teil der Ausstellung im Celler Schloss, trug Michael-Andreas Tänzer vom Arbeitskreis Hannoversche Militärgeschichte zusammen mit den Arbeitskreis-Mitgliedern Arne Homann und Jens Mastnak auch zum Katalog bei. Der mit zahlreichen Fotos von Ausstellungsstücken – zum Teil Leihgaben des Arbeitskreises – bebilderte Essay "Unsere brave leute, so geblieben, werden nirgends gedacht, noch die lebendige gerümbt." – Krieg als Mittel welfischer Politik und die Bildbeschreibungen des anschließenden Katalogteils zeichnen ein Bild vom bewusst geplanten Einsatz welfischer Truppen auf sämtlichen Kriegsschauplätzen des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts zur Erreichung der politischen Ziele des Herrscherhauses. Bei den Kriegseinsätzen wurde aber auch das eigene Leben nicht geschont – Anlass steter Sorge der Kurfürstin Sophie von Hannover um Ehemann und Söhne. Der Essay schöpft besonders aus den Memoiren und Briefen der Kurfürstin, die bisher zur militärgeschichtlichen Forschung praktisch überhaupt nicht verwendet wurden.


Die Ausstellungen und die Begleitkataloge legen ein überzeugendes Zeugnis ab von gut koordinierter Zusammenarbeit von Historikern und Museumsfachleuten. Die Publikation wird über die Zeit der Ausstellung hinaus bleibende Grundlage für jede weitere Beschäftigung mit der Geschichte Hannovers zwischen 1700 und 1840 sein. Heide Barmeyer: Rezension zu: Niedersächsisches Landesmuseum (Hrsg.): Als die Royals aus Hannover kamen. Dresden 2014, 17.05.2014–05.10.2014 Hannover, in: H-Soz-Kult, 12.07.2014